LWL Berufskolleg - Fachschulen Hamm: erwachsenenorientiert - überregional - digital
Aufnahmevoraussetzungen
In die Fachschule für Heilpädagogik wird aufgenommen, wer
- eine abgeschlossene Fachschulausbildung im Fachbereich Sozialwesen als staatlich anerkannte/r Erzieher:in oder staatlich anerkannte/r Heilerziehungspfleger:in oder einen (Fach-) Hochschulabschluss (BA) im Bereich Pädagogik/Sozialwesen besitzt.
Eine Aufnahme direkt im Anschluss an das Anerkennungsjahr oder an die praxisintegrierte Ausbildung als Erzieher:in / Heilerziehungspfleger:in ist möglich! - ein eintragsfreies erweitertes Führungszeugnis als Nachweis der persönlichen Eignung nach §30a BZRG vorlegt. Dieses darf nicht älter als drei Monate sein und muss daher erst zum Beginn der Ausbildung als Original in der Schule eingereicht werden. Im Rahmen der Schulplatzzusage erhalten Sie ein durch die Schule ausgestelltes Dokument, welches Sie für die Beantragung benötigen.
Dauer und Organisation der Ausbildung
Die Ausbildung erfolgt in Teilzeitform von zwei Jahren angeboten. 600 WStd. werden aus der Erstausbildung angerechnet. Die Teilzeitform bietet die Chance, weiterhin berufstätig zu sein und in der eigenen Berufspraxis theoretisches Wissen und neue methodische Ansätze und Konzepte auf ihre Anwendbarkeit hin zu überprüfen und zu vertiefen. Wir empfehlen eine maximale Wochenarbeitszeit von bis zu 32-34 WStd., um gesund und gelingend die Weiterbildung der Heilpädagogik leisten zu können. Grundsätzlich ist ein Beschäftigungsverhältnis aber nicht erforderlich.
Unterrichtstage sind:
Freitag 08.00 - 16.00 Uhr und Samstag 08.00 - 13.00 Uhr
sowie mindestens zwei Blockwochen pro Schuljahr, an denen von Montag bis Freitag Präsenzlernen stattfindet.
Zwischen den einzelnen Präsenztagen werden ergänzend 40% der Unterrichtsinhalte in Form von Blended learning über eine digitale Lernplattform organisiert und angeboten, für die das LWL Berufskolleg vor mehr als 10 Jahren Pilotschule war und in allen Bildungsgängen umfangreiche digitale Kompetenzen und Erfahrung aufweist.
Ausbildungsinhalte
Fachrichtungsbezogener Lernbereich
- Theoretische Grundlagen der Heilpädagogik und ihre Didaktik/Methodik mit den praxisrelevanten Schwerpunkten: Diagnostik, ICF-basiertes Arbeiten, Traumapädagogik, Sexualpädagogik, psychiatrische Gesundheit und Störungen, Entwicklungsfaktoren in Kindheit, Jugend und Alter, Bindungsorientiertes Arbeiten
- Theologisch, anthropologisch, ethische Grundlagen der Heilpädagogik
- Methoden in der Heilpädagogik
- Heilpädagogische Praxis mit schulischer Begleitung
- Projektarbeit
Fachrichtungsübergreifender Lernbereich
- Deutsch / Kommunikation mit Schwerpunkt auf der Vermittlung von systemischen Beratungskompetenzen u. Arbeitsweisen, Unterstützte und Gewaltfreie Kommunikation sowie der inklusiven Beratungsmethode „Persönliche Zukunftsplanung“
- Englisch
- Politik / Gesellschaftslehre mit rechtlichen Grundlagen des Familien- und des Teilhaberechts
- Medizinisch-psychologische Grundlagen
Differenzierungsbereich
- Hilfe- und Teilhabeplanung
Prüfung
Die Ausbildung schließt mit dem Fachschulexamen ab. (2 schriftliche Prüfungsklausuren + 1 mündliches Kolloquium)
Heilpädagogische Praxis mit schulischer Begleitung/ Hospitation
Verpflichtende Hospitation in einem heilpädagogischen Arbeitsfeld von 80 WStd.
Es sind 2 Varianten möglich:
- kontinuierliche Hospitation in einem heilpädagogischen Arbeits-/Praxisfeld im Umfang im Umfang von insg. 40 WStd. im 1. Jahr der Weiterbildung + Blockhospitation von 40 WStd. im 2. Jahr der Weiterbildung oder
- kontinuierliche Hospitation in einem heilpädagogischen Arbeits-/Praxisfeld mit dem Umfang von insg. 80 WStd. über beide Schuljahre hinweg
Die Studierenden organisieren die Hospitationseinrichtungen selbstständig, wohnortnah und interessengeleitet.
Die individuellen Praxiserfahrungen und Themen werden im Rahmen von Portfolioarbeit thematisiert und dokumentiert, um die persönliche und professionelle Entwicklung zu unterstützen. Gleichzeitig werden Praxiserfahrungen in der Schule in Intervisionsgruppen reflektiert und begleitet.
Heilpädagogische Methoden
Professionelles heilpädagogisches Handeln, das darauf abzielt, Menschen in ihren Entwicklungs- und Teilhabemöglichkeiten zu unterstützen, zeichnet sich ganz wesentlich auch durch die Anwendung heilpädagogischer Methoden aus. Bei der Vermittlung der Methoden wird besonderes Gewicht auf die Verzahnung von Theorie und Praxis gelegt und auf die spezifische berufliche Erfahrung und Kompetenz der Lehrkräfte. Unser Methodenangebot leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung heilpädagogischer Kompetenzen und zur Ausbildung eines eigenen individuellen heilpädagogischen Profils.
Folgende Methoden werden aktuell in der Fachschule Heilpädagogik für unsere Studierenden angeboten:
- Psychomotorik
- Kunsttherapie
- Biografiearbeit
- Spieltherapie
- Basale Stimulation
- Gewaltfreie und unterstützte Kommunikation
Dieses Methodenrepertoire kann ergänzt werden um z.B. Theaterpädagogik u. Musiktherapie
Bewerbung
Bewerbungen werden ganzjährig entgegengenommen!
Dem Bewerbungsschreiben sind beizufügen:
- ein Motivationsschreiben
- ein Lebenslauf
- Nachweis über eine abgeschlossene Fachschulausbildung im Bereich Sozialwesen oder eine als gleichwertig anerkannte Qualifikation und der Nachweis einer mindestens einjährigen einschlägigen hauptberuflichen Tätigkeit in einer sozial- oder heilpädagogischen Einrichtung (siehe Aufnahmevoraussetzungen)
- Vorlage eines eintragsfreien erweiterten Führungszeugnis als Nachweis der persönlichen Eignung nach §30a BZRG. Dieses darf nicht älter als drei Monate sein und muss daher erst zum Beginn der Ausbildung als Original in der Schule eingereicht werden. Im Rahmen der Schulplatzzusage erhalten Sie ein durch die Schule ausgestelltes Dokument, welches Sie für die Beantragung benötigen.
Bewerbungen sind zu richten an:
LWL Berufskolleg - Fachschulen Hamm
Fachschule für Heilpädagogik
Heithofer Allee 64
59071 Hamm
oder digital an das Sekretariat
Perspektiven / Arbeitsfelder
Die vielfältigen Arbeitsfelder heilpädagogischen Handelns sind
- in der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendhilfe,
- der ambulanten und stationären Eingliederungshilfe,
- der Frühförderung,
- in klinischen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene,
- in heilpädagogischen therapeutischen Praxen
- in heilpädagogischen und/oder inklusiven Kindertageseinrichtungen, Familienzentren
- in Schule
- in der Teilhabeberatung und -begleitung sowie
- in Beratungsstellen
verortet.
Kooperationspartner der Fachschule für Heilpädagogik
Im Sinne einer fachlichen Erweiterung und Vertiefung des Bildungsangebotes verstehen wir die Zusammenarbeit mit folgenden außerschulischen Kooperationspartnern als ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Fachschule für Heilpädagogik:
- BHP e.V. Berufs- und Fachverband Heilpädagogik (BHP)
- Kooperation mit der Hochschule Nordhausen - University of Applied Sciences
Die Kooperation mit der Hochschule Nordhausen ermöglicht den direkten Einstieg in den Master-Studiengang: Heilpädagogik- BILDUNG UND HETEROGENITÄT unmittelbar mit dem Abschluss: Staatlich anerkannte/r Heilpädagog:in. Weitere Informationen können zusätzlich zu den Informationen auf der Homepage der Hochschule durch ehemalige Studierende des LWL Berufskollegs und Absolventinnen der HS Nordhausen erfolgen.
- verschiedene Heilpädagogische Einrichtungen wie Frühförderstellen, Kliniken, Praxen, Kindertageseinrichtungen in den Regionen Hamm und Umgebung, Lipperland, Soest, Sauerland, Ostwestfalen-Lippe, Münsterland, Warendorf
Teilhabe-Zertifikat
Das LWL Berufskolleg reagiert auf die Einführung des Bundesteilhabegesetzes mit einer Erweiterung des Profils der Fachschule für Heilpädagogik und der Möglichkeit des Erwerbs eines Teilhabeberatungs-Zertifikats.
Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und aktuelle neue rechtliche Regelungen im Sozialgesetzbuch (SGB VIII) in der Kinder- und Jugendhilfe bringen vielfältige Veränderungen mit sich, nicht zuletzt auch für das Berufsfeld der Heilpädagog:innen. Auf dem Weg zur Teilhabe und Selbstbestimmung benötigen Menschen mit Beeinträchtigungen, Gesundheitsproblemen und Teilhabeeinschränkungen kompetente Berater:innen und Begleiter:innen.Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und aktuelle neue rechtliche Regelungen im Sozialgesetzbuch (SGB VIII) in der Kinder- und Jugendhilfe bringen vielfältige Veränderungen mit sich, nicht zuletzt auch für das Berufsfeld der Heilpädagog:innen. Auf dem Weg zur Teilhabe und Selbstbestimmung benötigen Menschen mit Beeinträchtigungen, Gesundheitsproblemen und Teilhabeeinschränkungen kompetente Berater:innen und Begleiter:innen.
Es werden Schwerpunkte in die Ausbildung integriert, die den neuen Anforderungen Rechnung tragen. Die Studierenden erwerben grundlegendes Wissen im Bereich der rechtlichen Grundlagen und erweitern ihre beraterischen Kompetenzen, um als Teilhabeberater*innen Menschen mit Behinderung auf dem Weg in ein selbstständiges Leben zu begleiten.
Folgende Bereiche werden differenziert behandelt:
- Die Methode ‚Persönliche Zukunftsplanung‘ zeigt Wege auf, wie – Person zentriert – mit wertschätzender Grundhaltung Veränderungen im Leben geplant und Unterstützung in diesem Prozess organisiert werden können.
- ICF- basiertes Arbeiten (= Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) verdeutlicht die Zusammenhänge zwischen Behinderung einerseits und sozialen Beeinträchtigungen andererseits erfasst
- Inklusive Diagnostik
- Vertiefende Kenntnisse im Bereich Recht
- Gesprächsführung und kollegiale und systemische Beratungsmethoden
Die beschriebenen Module umfassen insgesamt 150 Unterrichtsstunden. Am Ende der Ausbildung erhalten die Studierenden – neben der staatlichen Anerkennung als Heilpädagog*in – ein Zertifikat über die Qualifikation als Teilhabeberater*in.
Ansprechpartnerin für diesen Bildungsgang
Marie-Luise Austrup - Bildungsgangleitung der Fachschule für Heilpädagogik
Tel: 02381 - 893 8515